Im Kampf gegen die Schwerkraft

Im Kampf gegen die Schwerkraft

Ein Artikel von: Maren Bachmann, K1
Artikel-Art: Reportage


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Sportklettern wird 2020 das erste Mal ins olympische Programm aufgenommen. Infolgedessen und auch aufgrund der steigenden Popularität der Fernsehsendung „Ninja Warrior“ werden immer mehr Menschen zum Bouldern bewegt. So eröffnen deutschlandweit immer mehr Kletter- und Boulderhallen, wie auch der „active garden“ in Waiblingen.

Es ist der 02.November 2019, als die Türen der neuen Boulder- und Ninja Halle „active-garden Waiblingen“ das erste Mal für die Öffentlichkeit geöffnet werden. Die Besucher bestaunen den weitläufigen Boulderbereich, der von Kaderathleten des Deutschen Alpenvereins in einem Show-Wettkampf präsentiert wird. Dabei arbeiten sich die Athleten die drei bis vier Meter hohe Wand scheinbar mühelos zum Top-Griff hinauf. Wer diesen sicher festhält, hat den Boulder bezwungen. Es scheint, als ob das Gesetz der Schwerkraft für diese Athleten nicht gelten würde.

Kim Marschner

Unter den Athleten befindet sich auch der 22-jährige Kim Marschner, ebenfalls Mitglied des Nationalkaders Klettern und im Finale von Ninja Warrior Germany. Doch nicht nur der Profisport bestimmt seinen Alltag. Seine Eltern sind die Betreiber der „active garden GmbH“, die seit 2001 auch schon einen Standort in Korb hat. Durch den Betrieb der Boulderhalle und durch Fördermittel des BMIs, die der DAV seit der Aufnahme des Sportkletterns ins olympische Programm 2020 erhält und so an die Bundeskaderathleten weitergeben kann, ist es möglich, dass Kim Marschner das Sportklettern als Hauptberuf ausüben kann. Nach seiner aktiven Karriere soll er den Betrieb übernehmen.

Active garden Waiblingen

Es ist deutlich erkennbar, dass die Halle von Fachpersonal betrieben wird, das weiß welche Ausstattung eine Halle zum effektiven Training benötigt. So wird im über 1000m² großen Boulderbereich jeder Schwierigkeitsgrad bedient. Die Wettkampfwand, an der unter anderem atemberaubende Sprünge geschraubt sind und die überhängende Systemwand, die viel Körperspannung erfordert, bieten die ideale Grundlage für Leistungssportler sich auf die Premiere des Sportkletterns bei den olympischen Spielen in Tokyo vorzubereiten. So waren schon diverse internationale Topathleten und die gesamte Schweizer Nationalmannschaft zum Trainingslager in der neuen Halle. Doch auch bunte Routen mit großen Griffen sind zu finden, denn die vertikale Bewegungsform ist keinesfalls nur etwas für Profisportler. Dr. Volker Schöffel erklärt, dass Bouldern nahezu alle Muskelgruppen aktiviere, weshalb das Bouldern das ideale Krafttraining für den ganzen Körper sei. Insbesondere bei Rückenbeschwerden wird Bouldern sogar als Therapiemaßnahme verschrieben. So stellt Bouldern eine ebenbürtige Alternative zum Fitnessstudio dar und fördert dabei die Gemeinschaft. Denn im Bouldern kommt es nicht in erster Linie auf körperliche Vorrausetzungen an, viel mehr steht der Gemeinschaftsaspekt und das Überwinden mentaler Grenzen im Vordergrund. Es geht darum, zusammen eine Lösung zu entwickeln, um den Boulder zu bezwingen. Hier gilt wortwörtlich, dass viele Wege zum Ziel führen und je nach Körpergröße unterschiedliche, oft kreative, Lösungen möglich sind.

 

Dass Bouldern in der Gesellschaft ankommt, beweisen zahlreiche Eröffnungen neuer Boulder- und Kletterhallen, die steigende Zahl der Wettkämpfe und die Mitgliederzahlen des DAVs, die auf nun mehr 1 289 641 Mitglieder gestiegen ist (Stand: Juli 2019). Allein die beiden Sektionen München und Oberland zusammen, mit je ungefähr 177 000 Mitgliedern, weisen mehr Mitglieder auf als die großen Fußballclubs FC Bayern München oder Borussia Dortmund.

Ninja Warrior

Doch das wahre Highlight der neuen Boulder- und Ninjahalle in Waiblingen stellt wohl der Ninja Parkour dar. Regelmäßig teilt Kim Marschner hier sein Wissen und gibt Ninja Kurse. Dem ein oder anderen Ninja-Fan dürften die Hindernisse jedoch bereits aus der RTL-Sendung Ninja Warrior bekannt vorkommen, da diese vom selben Hersteller angefertigt wurden. Lediglich die großen Wasserbecken fehlen in Waiblingen, stattdessen sollen dicke, rote Matten vor dem Verletzen schützen. Die Kunden haben so die einmalige Möglichkeit, sich an dem nur aus dem Fernsehen bekannten Parkour selbst zu versuchen. Dieses Angebot ist deutschlandweit einmalig.


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