Es summt und brummt am OHG

Es summt und brummt am OHG

Ein Artikel von: Maren Bachmann und Sophia Zondler, K1
Artikel-Art: Interview


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Zum Halbjahr des Schuljahres 2019/20 wurde die Bienen-AG von Herr Fichter und Frau Zunftmeister, mit Unterstützung von Herrn Zondler, ins Leben gerufen. Dazu wurden vier Völker angeschafft, von denen bereits sogar ein Ableger gemacht wurde. Herr Fichter berichtet für uns über die Anfänge und die Entwicklung der AG:

Woher kommt Ihre Begeisterung für die Bienen?

Herr Fichter: Ich glaube, dass dies dadurch zustande kam, dass ich Biolehrer bin. Indem man sich intensiv mit diesem Thema befasst und dies auch immer wieder unterrichtet, wird einem die enorme Wichtigkeit dieser Tiere für die Natur nochmals verdeutlicht. Damit ich diese Erkenntnis aber ausleben konnte, waren eben auch private Umstände wichtig. Mein Bruder hat mir einen Bienenstock von sich geschenkt hat. Damit ging alles los.

Seit wann genau gibt es die Bienen-AG und wie hat sie sich entwickelt?

Herr Fichter: Die Bienen-AG gibt es seit diesem Schuljahr (2019/20) und eigentlich haben wir erst im Halbjahr angefangen, davor war eine längere Planungsphase notwendig. Im Halbjahr haben wir dann nach Bienenvölkern gesucht, da man diese nur in einem gewissen Zeitraum im Jahr kaufen kann – was wir dann im März/April auch getan haben. Vor der Schulschließung konnte die AG noch ganz normal stattfinden. In dieser Zeit haben wir Vieles vorbereitet, wie zum Beispiel die Bienenstöcke angemalt und theoretischen Input gegeben, sodass die Schüler über die nötigen Informationen verfügen. Dann haben wir die Bienen gekauft. Während der Schulschließung waren dann aber leider keine Schüler mehr da.

Was musste für die AG alles im Vorhinein ohne die Schüler organisiert und geplant werden?

Herr Fichter: Die Vorbereitung war sehr intensiv. Ich komme selbst nicht aus dem “Imkern” und konnte mir nur etwas Wissen durch meinen Bruder aneignen. Man muss sehr viel bedenken, wie zum Beispiel: was an Material benötigt wird und was wir alles dafür kaufen müssen. Welche Art von Stöcken? Welche Art von Rähmchen? Das ist eine Wissenschaft für sich und ich bin ganz froh, dass ich da vor allem meinen Bruder im Hintergrund habe und auch Herr Zondler, der uns ebenfalls unterstützt. Wir sind auch Mitglied im Bienenverein Esslingen. Das alles war total aufwendig.

Gibt es speziell für die Schule einen Vorteil durch die Anschaffung der Bienenvölker?

Herr Fichter: Für mich ist es essenziell, dass Kinder, Schüler oder Jugendliche zu solchen Themen direkten Zugang haben, weil es mir wichtig ist mein Wissen über Bienen oder allgemein über Bestäuber weiterzugeben. Dies ist für mich der Mehrwert und der Grund, warum ich es in Angriff genommen haben. Natürlich ist nur ein kleiner Teil unserer Schülerschaft in der AG, aber ich denke, dass diese eine Strahlkraft besitzt und es nicht nur die AG-Kinder sind, die letztlich über die Informationen verfügen, sondern auch einige mehr, die das Wissen auch weitertragen. So ist das Thema nicht so fern und man kann sich, wenn man möchte, weiter erkundigen. Natürlich produzieren wir auch unseren eigenen Honig, der eben auch als Schulhonig verkauft wird. Das Ziel ist dann, dass das Geld, welches dabei eingenommen wird, wieder für die Bienen investiert wird. Falls man nochmals Bienen kaufen muss, für Material oder für Zucker als Futter für die Bienen. Das Geld für die Anschaffung kam zunächst von dem Klimakonto der Schule, das unter anderem von der schulischen Solaranlage gespeist wird. Davon haben wir relativ viel abzweigen können. Trotzdem soll sich das Ganze letztlich selbst tragen.

Wie teuer ist ein Bienenstock in etwa?

Herr Fichter: Ich kann es nicht genau sagen, aber wir haben es vor Kurzem überschlagen: Laufende Kosten sind Fütterung im Herbst, wozu man Zucker kaufen muss. Das Kilo kostet zwischen 1,50 und 2 Euro. Dann benötigt jedes Volk ungefähr 20kg pro Jahr. Die Bienen müssen auch mit einer organischen Säure behandelt werden, um die sogenannte Varroamilbe zu bekämpfen, sonst sterben die Bienenvölker. Das Wachs muss auch immer wieder aufbereitet werden. Dies sind alles laufende Kosten, die abgedeckt werden müssen.

Wie groß ist der zeitliche Aufwand, die Bienen zu „betreuen“?

Herr Fichter: Enorm! Es hängt allerdings auch von der Saison ab. Im Frühjahr, als wir sie gekauft haben, ging es los. Wir waren wöchentlich eine bis zwei Stunden bei den Bienen – das seit April. Jetzt ist es noch mal sehr viel Arbeit, wenn man den Honig „erntet“ und das ganze Equipment wieder säubert und aufräumt. Danach ist erst mal ein bisschen Ruhe. Die Bienen sind daraufhin auf sich gestellt.

Darf die AG nun wieder stattfinden?

Herr Fichter: Unter den Auflagen darf es stattfinden. Wir singen nicht, wir schwitzen nicht, wir haben genügend Abstand und sind an der frischen Luft. Deshalb ist es, wenn wir die Hygieneregeln befolgen, machbar. Außerdem haben de SchülerInnen ihren Imkerhut auf, wodurch schon automatisch ein gewisser Abstand gewährleistet ist. Letzte Woche waren auch schon die ersten drei Kinder mit dabei. Für diese Woche gibt es im Moment nur eine Zusage, da wir das Ganze freiwillig gestaltet haben. Über Teams haben wir eine Gruppe gegründet, in der wir immer wieder Bilder hin und her schicken, sodass auch die anderen sehen, was passiert. Außerdem haben wir festgelegt, dass ab jetzt wöchentlich zwei bis vier Schüler mitkommen dürfen.

Hat jedes Kind eine Ausrüstung?

Herr Fichter: Ja. Das musste sein. Wir können, gerade am Anfang,  keine Kinder ohne Ausrüstung mitnehmen. Sie dürfen schon auch ohne Ausrüstung mit, dann allerdings in Eigenverantwortung. Ich persönlich würde es ihnen die ersten zwei Male stark empfehlen die Ausrüstung anzuziehen, bis sie wissen, wie es da zugeht.

Welches Fazit ziehen Sie aus der Bienen-AG?

Herr Fichter: Ich bin total gespannt und habe diesen Sommer extrem viel gelernt, da man sich wöchentlich kümmern muss, wir Erfahrungen mit Herrn Zondler sammelten, ich mit meinem Bruder telefoniert habe, mich mit Frau Zunftmeister abgesprochen habe und so weiter. Natürlich wird dies in Zukunft auch in den Bio-Unterricht integriert. Ich habe auch schon vor, für die Bio-Kollegen eine Fortbildung zu organisieren, sodass jeder Zugang zu den Bienenvölkern hat. Ich finde es einfach essenziell, dass jeder Schüler mal reingeschaut hat.


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Das Interview gibt ein Gespräch zwischen zwei oder mehreren Personen wieder. Meist laufen Interviews im Frage-Antwort Stil ab und spiegeln die Meinung einzelner Personen oder Personengruppen wieder. Interviews werden von einem Interviewer (Fragensteller) oder einem Interviewer-Team geleitet.

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