Nachgefragt: Wie ist es eigentlich, Rektor zu sein?

Nachgefragt: Wie ist es eigentlich, Rektor zu sein?

Ein Artikel von: Sarah, Johanna und Robin, JG 6
Artikel-Art: Interview


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Hallo, wir sind die erste Gruppe der diesjährigen Campus-Reporter und wollen unser Team kurz vorstellen: Wir sind Sarah, Johanna und Robin und gehen alle in die 6te Klasse. Dieses Jahr interviewen die Campus-Reporter im Schulhaus, da wir aufgrund der aktuellen Situation nicht zu den unterschiedlichen AGs auf dem Campus gehen können. Daher haben wir uns überlegt, dass es uns am meisten interessieren würde, wenn wir unseren Schulleiter über seine Aufgaben befragen. Hierzu gingen wir zuerst ins Schulsekretariat und haben Frau Schumacher gebeten, mit Herrn Oberstudiendirektor Lietzau über einen Termin fürs Interview zu sprechen und nachzufragen, ob er sich hierfür überhaupt die Zeit nehmen kann. Es hat uns sehr gefreut, dass Herr Lietzau sich die Zeit für ein Interview genommen hat. 

CR: Warum sind Sie Schulleiter geworden?

Herr Lietzau: Ich denke, die Schulzeit ist für Kinder und Jugendliche eine wichtige und prägende Zeit, weil man ganz arg viel erlebt. Daher ist es für mich eine sehr lohnende Aufgabe, mich in dem Bereich einzubringen. Und damit habe ich das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun.

CR: Herr Lietzau, Sie sind jetzt seit Sommer 2015 der Rektor des Otto-Hahn-Gymnasiums. Sie wollten aus der Schule wir zitieren: „einen lebendigen, lernfreudigen, aber auch entspannungsfähigen Organismus“ machen. Denken Sie, dass Ihnen dies gelungen ist?

Herr Lietzau: Ja, ich denke in vielen Teilen hat es so stattgefunden, aber es war bereits zuvor ein guter Organismus. Organismus heißt, dass etwas zusammenwirkt und lebendig heißt, dass sich dieser Organismus verändert. Ich glaube es ist sehr lebendig an der Schule, das hat auch damit zu tun, dass sich vieles verändert hat und auch, dass das Kollegium sich verändert hat. Es sind 45 neue Lehrer hinzugekommen. Es ist viel passiert in der Zeit seit 2015: Der Umbau und die Renovierung, die gesamte Digitalisierung, die Medienbildung und z. B. die Ausstattung mit Apple-TV, Beamer, den Tabletklassen, dem Schüleraustausch usw. dann das Sozialcurriculum, das versucht Persönlichkeiten und Soziales zu entwickeln:

  • die Klassenlehrer-Stunde wurde neu aufgestellt und erweitert mit der Medienbildung, demKlassenrat, um in der Klasse mit den Streitschlichtern Lösungen zu finden,
  • das Erasmusprogramm für Schüler und Lehrer im Bereich Sprache
  • Und der neu beantragte bilinguale Zug, der Antrag ist bereits gestellt und läuft noch. Die Entscheidung wird in 2021 erwartet.
  • Bildungspartnerschaften mit den Firmen Pilz und Festo.

Und vieles andere mehr.

CR: Wollten Sie schon immer Rektor werden?

Herr Lietzau: Als solches in der Schule mit Jugendlichen zu arbeiten fand ich schon immer gut. Als Lehrer hatte ich zwar betrachtet, was ein Schulleiter so macht, aber die Entscheidung Rektor zu werden kam erst, als ich mir überlegt habe, ob ich mich beruflich noch einmal verändere.

CR: Unterrichten Sie zusätzlich zu Ihren Rektor-Tätigkeiten ein eigenes Schulfach?

Herr Lietzau: Ja, ich habe als Fächer Physik und Sport unterrichtet, aber ich unterrichte jetzt nur noch Psychologie in der Oberstufe und das mache ich gerne, weil es mir wichtig ist, dass ich noch Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern habe. Zudem unterrichte ich die Referendare in der Schulkunde.

CR: Wie hat sich Ihr Tätigkeitsfeld durch Corona verändert?

Herr Lietzau: Ich muss viel schneller neue Vorgaben umsetzen, wenn die Regierung etwas verordnet. Stundenpläne ändern sich, es gibt keine Hilfe von „Oben“, weil alle überfordert sind. Ein Beispiel hierzu: manchmal erhalten wir politische Entscheidungen am Freitagnachmittag und diese sollen am Montag umgesetzt werden.

CR: Finden Sie, dass die Schule die Corona Zeit bisher gut überstanden hat?

Herr Lietzau: Diese Frage müsste ich eigentlich den Schülern stellen. Doch ja, ich bin der Meinung wir haben das ganz gut geschafft. Das Microsoft-Paket war sehr gut, das Kollegium hat sich sehr bemüht und so richtig reingehängt. Und, dass wir keine Klassen heimgeschickt haben, darüber bin ich sehr glücklich. Der Kontakt mit den Eltern war ebenfalls sehr eng und es gab Hilfe von Firmen, in denen die Eltern tätig sind z. B. von der Firma Pilz und Festo. Eine gemeinsame Aufgabe bindet und schafft eine Gruppe, das hat sich in dieser Situation gezeigt.

CR: Was gefällt Ihnen am OHG am meisten?

Herr Lietzau: Dass man gemeinsam als Gruppe agiert, den Zusammenhalt und, dass jeder mit dem was sie oder er an Einsatz bringen kann mitarbeitet. Schön ist auch, dass der Kontakt zu den Schülern nicht zu förmlich ist, so dass die Schüler als Menschen gesehen werden und nicht als jemand, dem man etwas eintrichtern muss.

CR: Und nun haben wir noch ein paar persönliche Fragen an Sie: Sie haben Physik, Sport, Pädagogik und Psychologie studiert. Hatten Sie außer diesen Fächern noch andere Lieblingsfächer in der Schule?

Herr Lietzau: Ich bin sehr breit interessiert, aber zuerst war es Physik – da es mich zuerst interessiert hat, wie die Welt funktioniert und dann wollte ich wissen wie funktioniert der Mensch, daraus entstand das Interesse an der Pädagogik und Psychologie.

CR: Waren Sie als Jugendlicher während Ihrer Schulzeit in einem Sportverein?

Herr Lietzau: Ja, bin ich immer noch. Ich komme aus dem Tischtennis und war da auch sehr aktiv und sogar im Leistungssport. Das ist bis heute so. Ich war vor 2 Jahren württembergischer Vize-Meister in der Ü50 Altersklasse. D. h. ich war immer im Sportbereich aktiv. Auch als Trainer und Übungsleiter. Es war mir immer wichtig, mit Jugendlichen zu arbeiten“.

CR: Auf welchem Gymnasium waren Sie als Jugendlicher?

Herr Lietzau: Hans Baldung Gymnasium in Schwäbisch Gmünd. Das liegt im Remstal und ist ca. 50 km weg von hier. Und übrigens, wir treffen uns immer noch von damals aus der Schulzeit“.

CR: Haben Sie bei ihren vielfältigen Aufgaben als Rektor überhaupt noch Zeit für Ihre Hobbys? Falls ja, welchen Hobbys gehen Sie regelmäßig nach?

Herr Lietzau: Also die Zeit ist knapp, das stimmt. Aber ich mache immer noch Sport, das ist wichtig, um einen Ausgleich zu haben, obwohl es manchmal schwer ist, sich zu überwinden.

CR: Dann bedanken wir uns herzlich für Ihre Zeit!


Was ist ein Interview?
Das Interview gibt ein Gespräch zwischen zwei oder mehreren Personen wieder. Meist laufen Interviews im Frage-Antwort Stil ab und spiegeln die Meinung einzelner Personen oder Personengruppen wieder. Interviews werden von einem Interviewer (Fragensteller) oder einem Interviewer-Team geleitet.

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