Schönheit – Eine Sache des richtigen Filters?

Schönheit – Eine Sache des richtigen Filters?

Ein Artikel von: Debora Tina, K1
Artikel-Art: Kommentar


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Nimm dir eine Minute und denke zurück an die letzten Fotos, die von dir aufgenommen wurden – bei wie vielen davon hast du danach etwa durch einen Filter nachgeholfen? Wie häufig stellst du dir im Gegenzug bei anderen die Frage, ob sie wohl einen Filter darübergelegt haben? 

Die Möglichkeiten sind scheinbar unendlich: vollere Lippen, eine dünnere Nase und ein gigantischer Wimpernaufschlag, das sind die „Verbesserungen“, die man mithilfe eines solchen Filters vornehmen kannGemeint sind hier also nicht, die süßen Hundeohren oder Herzchen-Tattoos, bei denen auf den ersten Blick klar ist, dass bewusst etwas verändert wurde. 

Aus diesem Grund sehen viele Menschen im Internet auch ganz anders aus als in der Realität. Wobei die genannten typischen Filter mittlerweile auch häufig als “Vorlage” für tatsächliche Schönheits-OPs verwendet werden. Doch was veranlagt sie dazu sich auf diese Weise zu zeigen? 

Natürlich möchte man sich möglichst oft von seiner besten Seite zeigen, das kennt jeder von sich, wenn man beispielsweise jemanden kennenlernt. Man überlegt sich, was man für ein erstes Treffen wohl am besten tragen sollte und durchforstet den Kleiderschrank. Für manche heißt das aber, eine unrealistische nicht vorhandene Seite vorzuspielen – aber warum? Viele legen den Schwerpunkt hierbei auf ein attraktives Äußere, wie man anhand von Bildern in sozialen Netzwerken häufig sehen kann.   

Diese Denkweise wird aber nicht nur durch soziale Plattformen, wie beispielsweise Instagram, beeinflusst. Auch das Fernsehen hat einen großen Einfluss auf die Menschen. Das lässt sich an einem besonders drastischen Beispiel – den Fitschi-Inseln – belegen. Lange Zeit galt es dort als absolutes Schönheitsideal, wenn Frauen “kurviger” waren. Mit der Einführung des ersten TV-Sender änderte dies sich allerdings. Schon drei Jahre nach dessen Start konnte nachgewiesen werden, dass Essstörungen bei Frauen fünf Mal häufiger auftraten, also noch in d er fernsehfreien Zeit. Hierbei wird deutlich, dass solche von außen vorgegebene Ideale einen Menschen nicht nur unzufrieden und unglücklich machen können, sondern ihn auch, sowohl innerlich als auch äußerlich, zerstören und krank machen können. 

Dabei frage ich mich allerdings: Wer bestimmt solche Ideale? Und wieso sollte man sich nach solchen Idealen richten? Schwierig ist hierbei die Denkweise, dass “Schönheit” einer einheitlichen Definition unterliegeDiese ist einfach falsch, denn jeder definiert Schönheit andersDas lässt sich aber auch mit einem Beispiel aus der Natur weiter erklären: 

Blumen, sie sehen alle unterschiedlich aus, trotzdem sind alle schön auf ihre Weise, da jede etwas Besonderes und Einzigartiges besitzt. Dabei hat bestimmt jeder von uns eine, welche uns besonders gut gefällt. Ob es nun Rosen, Tulpen oder Orchideen sind, ist eine Geschmackssache. Trotzdem blühen alle auf ihre Weise. Zusammen bilden sie einen wunderschönen Blumenstrauß oder ein schönes Blumenbeet. Doch wie wäre es, wenn es immer nur gleiche Blumen gäbe? Immer nur Rosen, Tulpen oder Orchideen? Mit immer derselben Farbe und demselben Aussehen? Wäre es dann immer noch so bunt und vielseitig? Es wäre vielleicht immer noch schön, vor allem wenn es unsere Lieblingsblume wäre. Jedoch gäbe es keine Vielseitigkeit und Einzigartigkeit, wie es jede Blume einzeln besitzt. Aus diesem Grund sollte man sich immer im Kopf behalten, wie einzigartig jeder einzelne ist, denn diese Vielseitigkeit spiegelt sich auch in uns Menschen wider. 

Leider lassen wir uns dennoch wahrscheinlich alle zu sehr von den Meinungen anderer beeinflussen – wer überlegt nicht, ob er das Kleidungsstück doch noch einmal tragen soll, wenn er am Tag zuvor gehässige Kommentare dafür erhalten hat?  Daraus folgt der Wunsch nach einer äußeren Veränderung – wir werden das Kleidungsstück wahrscheinlich erstmal wieder in den Tiefen unseres Kleiderschrankes verstauen.  

Natürlich sollte am Ende jeder selbst für sich entscheiden, wie er mit den vermeintlichen Erwartungen anderer umgehtDennoch sollten wir im Kopf behalten, dass es, ähnlich wie die Blumen, immer jemanden geben wird, dem die eine Blumenart besser gefällt als die andere. Ich bin aber der Meinung, dass das Schönste an einem Menschen die inneren Werte sind und der Umgang mit anderen eine wichtige Rolle spielt. Im Endeffekt ist das Äußere nur eine Fassade und genetisch bedingt, während das Innere individuell ist und den wahren Wert eines Menschen ausmacht. Aus diesem Grund wäre eine weniger oberflächliche Gesellschaft zu wünschen. Nicht eine, in welcher vorgegeben wird was schön und perfekt ist, sondern eine in welcher Vielfalt und Persönlichkeit an mehr Bedeutung gewinnt. Eine, in welcher man keine heimlichen Instagram-Filter braucht, um sich schön und akzeptiert zu fühlen.  

Probieren wir es doch alle einmal aus und lassen den Filter weg – bist du dabei?


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